Informationen für Interessierte


Für Urlauber, Kletterer, Wanderer und sonstige Interessierte haben wir hier mal alle Fragen zusammengefasst, die immer wieder gestellt werden:

 

„Wann springen Sie denn?“

„Wie lange dauert denn so ein Flug?“

„Können Sie denn auch bestimmen, wo Sie runterkommen?“

„Wie funktioniert das Thermikfliegen?“

„Und was versteht man unter „soaren“?“

Wie weit kann man denn mit dem Gleitschirm fliegen?"

„Die Leinen und das Tuch sind so dünn. Hält das auch?“

„Kann ich das mal selbst ausprobieren?“

 

„Wann springen Sie denn?“

Zunächst: im Gegensatz zu Fallschirmspringern „springen“ wir nicht. Wir legen unsere Schirme auf dem Startplatz aus, ziehen sie auf, checken dann uns, ob sie wirklich offen und keinen Leinen verknotet sind, beschleunigen – und dann trägt uns der Schirm sanft in die Lüfte.

Wann genau wir starten, hängt vom Wind bzw. der Thermik ab. Zum Start selbst wünschen wir uns leichten Wind von vorn. Bläst er zu kräftig, wird der Start anspruchsvoller und man kommt u. U. nicht mehr vorwärts. Weht kein Wind, müssen wir umso schneller laufen. 

Falls Sie sich wundern, dass wir nicht starten, obwohl doch der Wind zu passen scheint, warten wir wahrscheinlich auf Thermik: Luft, die von der Sonne erwärmt wurde und deshalb aufsteigt. Da der Startplatz an der Kampenwand nach Nordwesten ausgerichtet ist, entsteht auf dieser Seite des Berges die Thermik selten vor der Mittagszeit.

 

„Wie lange dauert denn so ein Flug?“

Das kommt auf das Wetter an. Bei null Wind und ohne Thermik sinkt ein Gleitschirm etwa 1 m pro Sekunde. Der Startplatz an der Kampenwand liegt etwa auf 1450 m üNN, der Landeplatz am Naturfreibad/Badewirt auf 600 m üNN. Wir fliegen also ca. 850 Sekunden (gut 14 Minuten).

Wir können aber den Flug verlängern, in dem wir thermikfliegen oder soaren. Das kann durchaus ein paar Stunden lang sein. Der bisher längste und weiteste  Flug von der Kampenwand gelang 2019 Florian Hertwig. Er flog in 10:27 Stunden über 231 km Luftlinie zunächst bis ins Zillertal, dann nach Osten bis ins Gasteiner Tal, bevor er auf dem Rückweg bei Saalfelden gelandet ist. Siehe:  www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?p=show_flight&flightID=1137951

 

„Können Sie denn auch bestimmen, wo Sie runterkommen?“

Ja. Wer das Landen beherrscht, steht in der Regel genau dort am Boden, wo er stehen will.

Etwas anders ist das beim sogenannten Streckenfliegen. Hier verläßt man als Flieger den Bereich um den Startberg und versucht mit Hilfe von thermischen Aufwinden so weit zu fliegen, wie irgendwie möglich. Finden wir dabei keine Thermik mehr und erreichen unser selbst gesetztes Ziel leider nicht, suchen wir uns aus der Luft einen Platz aus, an dem wir sicher landen können. Wir Streckenflieger nennen das „absaufen“.

 

„Wie funktioniert das Thermikfliegen?“

Thermik muss man sich vorstellen wie eine Blase oder einen Schlauch, in der bzw. dem warme Luft aufsteigt. Steigt diese Luft schneller auf, als der Schirm sinkt, gewinnen wir an Höhe, solange wir in diesem Schlauch fliegen. Beim Thermikfliegen bewegen wir uns daher eher im Kreis.

 

„Und was versteht man unter „soaren“?“

Wenn Wind auf ein Hindernis trifft auf (z.B. eine Bergflanke), dann muss die Luft irgendwohin ausweichen. Ist das Hindernis breit genug, weicht sie nach oben aus. In diesem Bereich des laminaren (gleichmäßigen) Hangaufwindes fliegen wir achterförmig hin und her und können auch dabei an Höhe gewinnen – allerdings nie wesentlich höher als das Hindernis.

 

Wie weit kann man denn mit dem Gleitschirm fliegen?

Die längsten Flüge mit starkem Rückenwind gingen über knapp 600 km im NO von Brasilien. Die längsten Dreiecksflüge – das Dreieck ist die Königsdisziplin, weil man auf einem Schenkel garantiert Gegenwind hat – wurden in den Alpen geflogen und betragen über 300 km. Der bislang (Stand April 2020) weiteste Flug von der Kampenwand misst 231 km.  www.dhv-xc.de/leonardo/index.php?op=show_flight&flightID=1137951

 

„Die Leinen und das Tuch sind so dünn. Hält das auch?“

Natürlich, wir sind ja nicht lebensmüde. Jeder Schirm und jedes Gurtzeug muss von einer objektiven Prüfstelle zugelassen werden. Dazu gehört z.B. auch ein Belastungstest mit 8 g, das bedeutet: ein Schirm, der mit einem Abfluggewicht von 100 kg zugelassen ist, darf im Test bei 800 kg nicht reißen.

 

„Kann ich das mal selbst ausprobieren?“

Ja, Sie können entweder einen Tandemflug als Passagier bei unseren Partnern

Flugschule Chiemsee https://www.flugschule-chiemsee.de/Ueber-uns/Tandemfliegen.html und

Tandemfliegen Chiemgau https://www.tandemfliegenchiemgau.de/

oder einen Kurs bei unserer Flugschule Chiemsee machen https://www.flugschule-chiemsee.de/Ausbildung/FAQ.html