Es gibt im Priental einige Horste von Steinadlern. Das macht uns zu Partnern dieser prächtigen, aber schützenswürdigen Tiere.

Ronja und Otto brüten: Schutzzone ist aktiv

Die beiden Prientaler Steinadler Ronja und Otto werden von einer engagierten Monitoring-Gruppe unter der Leitung von Gitti Schreiner beobachtet. Die beiden leben seit vielen Jahren im Priental und es gibt bereits eine reichhaltige Kartei an Informationen über das Paar. Wir verdanken das dem Adlerteam aus dem Nationalpark Berchtesgaden Uli Brendel und Jochen Grab sowie aus dem Hochrieser Nachbarclub Nora Kühnhausen.  

Im Oberen Priental brütet derzeit ein Adlerpaar und darf dabei keinesfalls gestört werden. Aus diesem Grund wurde für das Gebiet vom Talgrund im Priental und im Klausgraben bis hinauf auf Grathöhe der Aschentaler Wände eine Schutzzone eingerichtet. Piloten müssen die Schutzzone weiträumig umfliegen oder alternativ das Gebiet mindestens mit Grathöhe der Aschentaler Wände (ca. 1740 m) überfliegen. Diese Flugbeschränkung gilt ab sofort bis Ende Juni für sämtliche Luftfahrzeuge, auch für Segel-, Gleitschirm- und Drachenflieger. 

 

 

Schutzzone unter den Aschentaler Wänden

Der Einflug in das rot eingezeichnete Polygon in einer Höhe unter dem Grat

(ca. 1740)

der Aschentaler Wände ist für die Tiere bedrohlich. 

 

Schutzzone unter den Aschentaler Wänden bis Ende Juni 2021

Als Airspace ins GPS reinladen, fertig!   

https://berndgassner.de/d/as,6/adler-as.txt

https://berndgassner.de/d/as,6/adler-as.kml

Ansicht des Geländes aus der Sicht eines von der Hochries in Richtung Geigelstein fliegenden Piloten.

Was passiert über das Jahr?

 

ADLERJAHR - JANUAR

Jungvogel wird vertrieben, wenn Altvögel brüten möchten

Wenn sie nicht brüten, Jungvogel wird eventuell noch ein Jahr geduldet

seltene Ausnahme sind 3 Altvögel

 

ADLERJAHR - FEBRUAR / MÄRZ

Balzflüge im gesamten Tal - Kopulation

Horste werde ausgebaut mit Grünzeug geschmückt und die Wahl wird eingeschränkt

Eiablage Ende März, spätestens bis zum 10. April

 

ADLERJAHR - APRIL / MAI

Brut – Brutwechsel

Ende Mai Schlupf des Jungvogels

 

ADLERJAHR - JUNI / JULI

Betreuung des Jungvogels vom Adlerpaar

Beute und Äste werden eingetragen

Deutliche Bettelrufe des Jungvogels zu hören

Ab der dritten Juliwoche kann Jungvogel ausfliegen

 

ADLERJAHR - AB AUGUST

Adler fliegen gemeinsam durch das Revier

Jungvogel lernt von Eltern Jagd- und Flug-Strategien 

 

Größe (Körperlänge): 80 – 93 cm
Gewicht: w: ca. 5 kg
m: ca. 3,7 kg
Flügelspannweite: w: 220 – 230 cm
m: ca. 200 cm
Höchstflug-geschwindigkeit: bis zu 125 km/h
max. Lebenserwartung in der Wildnis: 35 Jahre
max. Lebenserwartung in Gefangenschaft: 50 Jahre
Nahrung: Beutetiere (Murmeltier, Schneehase, Rotfuchs, Birk- und Schneehuhn, im Winter auch Fallwild)
Durchschnittliche Reviergröße: 30 – 150 km²
Paarungsverhalten: lebenslange Einehe
Brut: 1 – 3 Eier

 

Quelle: https://www.karwendel.org/der-steinadler/

Geschichte der Steinadler...

  

Vor der engen Besiedelung unseres Landes – ist also schon ein paar hundert Jahr her – gab es Steinadler überall. Sie sind nicht von Natur aus in den Bergen zuhause. Aber sie wurden von den Menschen ausgerottet und die Berge zurückgedrängt, denn sie erbeuteten natürlich leicht auch Haustiere.

 

Heute bauen sie ihre Horste in den Bergen und zwar bevorzugt in schroffem, karstigem Gelände oder auch auf hohen Bäumen. Am besten eignen sich Felswände mit Ausrichtung süd-ost: das ist tendenziell wettergeschützt und dort gibt es starke Morgenthermik, was bei der Jagd und beim Transport der Beute ins Nest hilft.

Die Adler brüten etwa sechs Wochen lang. In dieser Zeit muss immer einer der Vögel bei dem Ei oder den Eiern bleiben, da diese sonst auskühlen würden. Männchen und Weibchen wechseln sich dabei ab, die Eier warm zu halten. Erst wenn ein Junges geschlüpft ist, gitl die übliche Rollenverteilung: Das Weibchen ist zuständig für Nest und Aufzucht, das Männchen geht Jagen.

 

Je höher der Adlerhorst liegt, desto schwieriger ist es, Beute dort hinauf zu transportieren. Während die Steinadler sich im Winter durchaus von Aas ernähren, jagen sie in den Sommermonaten zum Beispiel Mäuse, Hasen oder Murmeltiere. Ein Steinadler erkennt auf 2 km Entfernung eine laufende Maus!

Dennoch benötigt ein Brutpaar brauchte 60 Quadratkilometer Grasland zum Jagen. Sie verteidigen ihr Territorium gegen andere Steinadler, um ihre Lebensgrundlage zu sichern.

 

Adlerpaare sind monogam, sie bleiben ein Leben lang beieinander. Deshalb gibt es auch praktisch in jedem Jahr einen Versuch, ein Ei zu bebrüten und ein Junges aufzuziehen. 

 

Übrigens ist es quasi unmöglich, dass bei zwei Eiern auch zwei junge Adler nachfolgen. Der Film „Der Steinadler“ (Terra Mater) zeigt die eindrucksvolle Geschichte eines Geschwisterpaares und dessen Schicksal...